Häufige Fehler

 

 

 

Unterschätzte Intelligenz / der Rosenthal-Effekt

 

 

 

Vertrauensmissbrauch / positive Bestrafung

 

Da man die Maus beim Clickertraining natürlich zu nichts zwingen kann, ist man gänzlich darauf angewiesen, dass sie selbstständig Verhalten anbietet, und das in möglichst vielfältiger und kreativer Weise.

Das tut sie in dem tiefen Vertrauen, dass sie nichts „falsch“ machen kann und jedes angebotene Verhalten ausschließlich positive Folgen haben wird.

Dass uns ein Beutetier dieses besondere Maß an Vertrauen entgegenbringt, ist nicht selbstverständlich. Wir sollten es daher mit größtem Respekt behandeln!

 

Der schlimmste anzunehmende Vertrauensbruch - und somit der größte Fehler den man beim Clickertraining mit Mäusen machen kann - wäre positive Bestrafung. Das bedeutet, dass auf ein Verhalten, welches uns die Maus freiwillig anbietet, etwas Unangenehmes folgt (z.B. Angst oder Schmerz).

 

Dass das Arbeiten mit positiver Bestrafung ausschließlich in die Hände von Profis gehört und beim Clickertraining nichts verloren hat, sollte für jeden Mäuseliebhaber selbstverständlich sein!

 

Ein Anwendungsbeispiel für positive Bestrafung wäre schlecht gemachtes „Medical Training“:

Die Maus geht freiwillig in eine Transportbox – die Maus wird darin eingeschlossen und zum Tierarzt gefahren.

 

 

 

Fehlende Motivation

 

Aus Zuschriften weiss ich, dass einer der häufigsten Fehler darin besteht, dass bereits mit der Konditionierung begonnen wird, obwohl man noch garnicht den richtigen Motivator gefunden hat. Und so kann das natürlich nichts werden. Wie soll die Maus schließlich über Belohnung lernen, wenn sie das verwendete Leckerchen garnicht als Belohnung empfindet?

 

Will man eine Maus konditionieren/trainieren, muss sie genau zu diesem Zeitpunkt Lust auf genau dieses Leckerchen haben. Und das ändert sich insbesondere bei Farbmäusen und anderen wenig verfressenen Arten recht häufig. Vor jedem Konditionierungs-/Trainingsversuch muss also getestet werden, ob die Maus gerade Lust darauf hat, sich genau jetzt genau dieses Leckerchen zu verdienen (z.B. indem man es ihr vor die Nase hält um zu prüfen wie sie darauf reagiert).

 

Erfahrungsgemäß reagieren Mäuse am besten darauf, wenn ihnen in einem Löffel mehrere ihrer Lieblingsleckerchen gleichzeitig angeboten werden. So können sie sich das aussuchen, worauf sie gerade Lust haben.

 

Anders als über Leckerchen sind Mäuse schwer zu motivieren (siehe Unterschiede zu anderen Tieren)

 

 

 

Unterforderung

 

Aufgrund ihrer hohen Intelligenz sind Mäuse beim Training schnell unterfordert.

 

Ist ihnen eine Aufgabe zu einfach, langweilen sie sich und verlieren sehr schnell die Lust am Training - und das wird oft sogar als Überforderung gedeutet!

Hier kann es helfen, die Anforderung ein Stück höher zu schrauben und den Schwierigkeitsgrad des aktuellen Tricks auf irgendeine Weise zu erhöhen. Oder aber man beginnt gleich von neuem mit einem schwierigeren Trick.

Dass man Mäuse überfordert, gelingt nämlich bei weitem nicht so schnell.

 

 

 

Zu lange Trainingseinheiten

 

Mäuse haben eine geringere Konzentrationsfähigkeit als andere Tiere. Trainingseinheiten von mehreren Minuten sind also - zumindest für "Anfängermäuse" - viel zu lang! 


Die meisten Mäuse sind schon nach wenigen Clicks unkonzentriert bzw. gelangweit, weshalb man die Trainingseinheiten entsprechend kurz halten muss.

Denn grundsätzlich sollte man immer genau dann aufhören, wenn die Maus es gerade am spannendsten und tollsten empfindet - und das ist bei manchen Mäusen schon nach einem einzigen Click der Fall!

 

Deshalb besteht eine Trainingseinheit bei vielen meiner "Anfängermäuse" aus nur einem einzigen Click, mal hier einer, mal da einer. Nur sehr langsam kann man ihre Aufmerksamkeitsspanne Click für Click steigern.

 

Mehrere Minuten Training am Stück schaffen nur "Vollprofis"!

 


 

Zu häufige Trainingseinheiten

 

 

Kreativität im Keim ersticken - falsche Verwendung des Targetsticks

 

 

Der Maus die „Schuld“ am eigenen Versagen geben