Lerngeschwindigkeit

Mäuse sind hochintelligent und lernen schneller als die meisten anderen Tiere.

 

Natürlich ist das ansich von Vorteil, denn dadurch kann man ihnen in derselben Zeit mehr beibringen als z.B. Hunden. Allerdings prägen sich Fehler genauso schnell ein, schneller als bei anderen Tieren. Und das macht Mäuse für Anfänger schwieriger zu trainieren, da sie auch kleinste Timingfehler kaum verzeihen.

 

 

Aktivitätszeit

Die meisten Mäusearten sind dämmerungs- und nachtaktiv und somit auch nur dann zu trainieren.

 

Als Trainees eignen sie sich daher für "Nachtmenschen" besser.

Trainiert man mit ihnen zu festen Zeiten, zu denen es einem am besten passt, gewöhnen sie sich mehr oder weniger daran und sind dann wach und in Trainingslaune.

Ideal ist der (frühe) Vormittag, da sie zu der Zeit alle ihre Mäuseangelegenheiten schon erledigt haben und ihnen daher oft schon langweilig ist. Hier erwischt man sie also am ehesten in Trainingsstimmung.

Abends wollen sie dagegen erstmal auf Erkundungstour gehen und in Ruhe fressen.

 

 

Training in Gruppen

Problematisch beim Mäusetraining ist, dass sie als Gruppentiere ihren gesamten Alltag unter Artgenossen verbringen - allerdings haben sie erheblichen Stress, wenn andere dabei sind und sich einmischen!

 

Mäuse die das Training einer Artgenossin beobachten, bedrängen diese oft und versuchen ihr das Leckerchen zu entreissen. Das führt häufig zu Rangeleien und Gequietsche und verleidet ihnen natürlich gehörig den Spaß am Training.

Und Stress bremst nicht zuletzt die Lernleistung enorm.

Insbesondere rangniedrige Tiere trauen sich oft garnicht überhaupt zum Training zu erscheinen, da sie von den anderen dafür Prügel beziehn.

 

Daher ist es sehr wichtig so konsequent wie möglich auf Disziplin zu achten. Neugieriges Beobachten und Mitlernen ist erlaubt und erwünscht, aggressives Stören und Leckerlie-Klauen jedoch strengstens verboten!

Bleibt man konsequent und ignoriert die anderen Mäuse komplett, selbst dann wenn sie ihr ganzes Repertoire an Tricks abspielen oder sogar was tolles Neues anbieten, reicht das aus um sie zum Aufgeben zu bewegen, sie interessieren sich bald nichtmehr für die trainierte Maus.

Belohnt man das allerdings nur ein einziges Mal (z.B. damit sie endlich mal Ruhe gibt), wird dieses Verhalten intermittierend verstärkt und somit extrem löschungsresistent - man kann es ihnen kaum noch abgewöhnen!

In dem Fall und bei besonders hartnäckigen oder aggressiven Mäusen muss man die Störenfriede konsequent abschirmen oder sogar verscheuchen um den Trainee zu schützen. Sie dürfen mit aggressivem Verhalten niemals zum Erfolg kommen.

 

Um einer Maus zu signalisieren dass jetzt sie gemeint ist, kann man sie beim Namen rufen oder/und ihr das Leckerchen unter die Nase halten das sie sich jetzt verdienen kann.

 

Oft wird vermutet man bräuchte für jede einzelne Maus ein anderes Markersignal, da sie sonst irritiert würden und der Clicker sogar seine Wirkung verliere.

Das stimmt aber absolut nicht, zumindest nicht bei Mäusen. Diese hochintelligenten Tiere merken schnell dass der Click nicht immer ihnen gilt und ignorieren ihn komplett wenn sie nicht dran sind. Sie schalten die Ohren einfach auf Durchzug und die Verknüpfung wird in keinster Weise schwächer.

Ich verwende völlig problemlos ein einziges Markersignal für 40 Mäuse!

 

Der große Vorteil vom Training in Gruppen ist dass die Tiere schneller lernen.

Das hat schon WELTY (1930, 1934) an Goldfischen herausgefunden - je größer die Gruppe, desto schneller lernten die Tiere. Durch die gegenseitige Stimulation wird die allgemeine Aktivität erhöht und gleichzeitig hat die Gruppe auf Einzeltiere eine beruhigende Wirkung - was beides dem Lernen zugute kommt.

Weiteres hat man den Vorteil dass die anderen Tiere durch Nachahmungslernen gleich mitlernen, man mit ihnen also weniger "Arbeit" hat.

Und der Futterneid sorgt dafür dass auch ansonsten schwer motivierbare Tiere  Lust auf das Training entwickeln.

 

 

Sehsinn

 

 

 

Motivierbarkeit

Mäuse sind Egoisten - ihnen geht es sonstwo vorbei, ob sich der Mensch über sie freut oder von ihnen enttäuscht ist.

 

In der Hinsicht unterscheiden sich Mäuse von anderen Tieren wie Hunden. Sie wollen dann trainieren wenn sie Lust dazu haben - und nur dann. Sie haben keinen Will-to-Please, wollen ihrem Menschen nicht gefallen oder ihm eine Freude machen. Es ist nicht wie bei Hunden möglich sie zum Training zu motivieren indem man sie hoher Stimme lobpreist und vor ihnen herumhampelt.

Motivieren kann man Mäuse nur mit einer besonders wertvollen Belohnung.

 

 

Sensibilität