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Sa

12

Jan

2019

[!!! WICHTIG !!!] Die ominöse "Knirpsmauskrankheit"

Es hat sich wohl bald ausgeknirpst...
Es hat sich wohl bald ausgeknirpst...

Inzwischen bin ich zur schmerzvollen Erkenntnis gelangt, dass meine Knirpsmaus Freundchen alles andere als "alt" war, sondern schwer krank. Genau wie scheinbar sehr viele seiner Artgenossen im deutschsprachigen Raum (die meisten! Knirpsmäuse in Deutschland, Österreich und der Schweiz scheinen laut diverser Erfahrungsberichte in sozialen Netzwerken inzwischen betroffen)...

Apropos: Warum scheinbar 1. nur im deutschsprachigen Raum und 2. nur in Haustierhaltung (nicht im Labor, nicht im Zoo)?

 

Diese beiden Fragen hatten mich, siehe entsprechende Blogartikel, schnell zur "harmlosen" Hypothese Nr. 1 geführt: Die Tiere könnten durch "artgerechtes" Futter "ohne Zusatzstoffe" an einem bestimmten Mangel leiden, der unter anderem mit ähnlichen (neurologischen) Symptomen einher geht.

Aber leider musste ich diese Hypothese verwerfen. Bleibt also eigentlich nur noch...

 

Hypothese Nr. 2: Es handelt ich um ein bestimmtes Virus. (Ich habe eineinhalb Kandidaten am Schirm, welche(s) ich zwecks Panikvermeidung aber erst nennen möchte, nachdem ich mich mit entsprechenden Fachleuten besprochen habe bzw. Genaueres weiß).

 

Die Symptome wären unter anderem:

  • buckliges Dasitzen mit gesträubtem Fell
  • Hyperpnoe / Schnappatmung
  • Stumpfes Fell
  • Abmagerung
  • "Komischer", steif wirkender Gang und steifer Schwanz (siehe obiges Foto!)
  • [Eigenbeobachtung:] Als Folge davon mangels Abrieb überlange Krallen an den Hinterfüßen
  • überdehnte Blase
  • Penisvorfall
  • schlaffe Lähmungen (der Hinterhand)
  • Ataxie
  • plötzliche Todesfälle (manchmal ohne Vorzeichen)
  • Krämpfe
  • Wesensänderungen
  • diverse andere neurologische Symptome,...

 

Na, fällt euch bis hierhin schon was auf, z.B. anhand dessen was ich in meinen bisherigen Blogartikeln berichtete (und nicht für pathologisch hielt)?

Und falls ihr ähnliches auch von euren eigenen Knirpsmäusen kennt, rate ich derzeit DRINGEND, von Vergesellschaftungen von Mäusen abzusehen, in deren Sippe solche Symptome mal beobachtet wurden oder die gar selbst welche zeigen!

Bitte also bis auf weiteres keine "Blutauffrischung", damit die vermeintlich an "Inzucht" leidenden Tiere wieder "gesünder" werden, und auch kein "Aufstocken" eurer Gruppe um einige Duzend weiterer Tiere zwecks massivstem Overcowding, damit die Ärmsten auch bloß nicht "einsam" sind und "ihr Sozialverhalten erst richtig ausleben können! Denn sollte ich Recht behalten, hat wahrscheinlich ganz genau diese schwachsinnige Tierquälerei zur nun so flächendeckenden Verbreitung dieser Seuche in deutschsprachigen Haustierkreisen geführt - sorry für meine Emotionalität, aber ich könnte heulen - wie so oft beim Thema Knirpsmäuse!

Vorsichtshalber übrigens kein Kontakt zu anderen Mäusearten, insbesondere Gattung Mus (Farb-/Hausmäuse), und vorsichtshalber (es könnte - könnte! sich eventuell um eine Zoonose handeln) leider auch kein direkter Menschenkontakt. Derzeit größte Umsicht bei der Neuanschaffung von Knirpsmäusen und keine Tiere aus "selbstregulierenden Familiengruppen" ("funktionierend" können diese nämlich nur sein, wenn auf gut Deutsch massenhaft Tiere frühzeitig abnippeln).

 

Helfen könnt ihr euren Knirpsen, abgesehen vom Verabreichen von Schmerzmitteln, der Vermeidung von (sozialem) Stress und gegebenenfalls Erlösen, leider nicht... sollte(!) ich wohl oder übel recht haben. 

 

 

Fr

11

Jan

2019

[Video-Kurzanleitung] Wie streichelt man eine Stachelmaus?

Spoiler: Besser nicht gegen den Strich... autsch!

 

 

Im Gegensatz zu manchen Nilstachelmäusen können Sinai Stachelmäuse mit Streicheleinheiten und Knuddeleien eher wenig anfangen.

Zumindest dachte ich genau das über viele Jahre - stand schließlich wiedermal so "überall im Internet".

 

Doch schon gegen Ende der Haltung meiner vorherigen Sinai Stachelmaus Generation erkannte ich zunehmend, wie genau diese Tiere ticken, wie sie sich beim Handling wirklich wohl und sicher fühlen und welche Berührungen sie besonders genießen - denn das ist von Mäuseart zu Mäuseart schließlich stark unterschiedlich.

 

Wie schon in ihrer künftigen Art-Vorstellung erklärt, sind Sinai Stachelmäuse auch untereinander vergleichsweise wenig verkuschelt und man sieht sie eher selten beim gegenseitigen Putzen. Sie empfinden es daher als unangenehm, wenn man einzelne Streicheleinheiten - obwohl sie diese sehr wohl genießen! - ewig wiederholt (so wie es z.B. Vielzitzenmäuse umgekehrt sogar einfordern!). Und wie ebenfalls schon erwähnt, sind Stachelmäuse stark gestresst, wenn man sie auf der flachen Hand hält! Sie bevorzugen stattdessen engen, druckvollen Körperkontakt, am besten indem man sie mit der Hand gegen den Körper hält/drückt. Dass sich die Tiere dabei entspannen merkt man daran, dass sie ihre Pfoten "einziehen" und man diese daher nichtmehr spürt.

 

Wie man in folgendem Video sieht, darf man auch bei Stachelmäusen - entsprechendes Vertrauen vorausgesetzt - durchaus über Ohren und sogar Augen (in dem Fall: Auge) streichen, NICHT jedoch über die Vibrissen! Die Vibrissen sind bei Stachelmäusen nicht nur besonders lang, sondern scheinbar auch besonders empfindlich. Deshalb sollte man auch darauf achten, sie nicht einzuklemmen (dass man das tut merkt man oft daran, dass die Stachelmaus plötzlich den Kopf hochreisst).

Ein anderer, erstaunlicher Unterschied zu allen anderen mir bekannten Nagerarten ist auch, dass Stachelmäusen direkter Blickkontakt aus kurzer Entfernung nicht nur nicht unangenehm ist, sondern dass sie diesen (wie übrigens auch im restlichen Alltag mit ihrem vertrauten Menschen) sogar gezielt suchen! Blickt eure Stachelmaus also beim Kuscheln zu euch auf und zeigt dabei wie hier das volle Spektrum ihrer Wohlfühl-Mimik, dürft und sollt ihr freundlich zurückgaffen!

 

Ansonsten gelten die selben Regeln wie bei anderen Mäusen mit erhöhter Beißneigung, die ich aber mal gesondert erklären werde.

 

Zu sehen sind hier nun also die allgemeinen Lieblings-Streicheleinheiten von Sinai Stachelmäusen in zweieinhalb Minuten:

 

1. Der Wirbelsäulenkratzer

Wir imitieren das Putzverhalten von Mäusen, indem wir mit den Fingernägeln vorsichtig von oben nach unten an der Wirbelsäule entlang kratzen. (Betonung auf "vorsichtig", da die Haut von Stachelmäusen bekanntlich reißt wie Pergament!)

 

2. Die Handballenmassage

Stachelmäuse werden nicht gern von Fingerkuppen durchgekitzelt, sondern genießen druckvolles Überstreichen mit dem Daumenballen.

 

3. Der Rüttelschüttler

Wie auch viele andere Mäuse werden Sinai Stachelmäuse unheimlich gern rumgetragen. Sie schlafen dabei sogar binnen weniger Minuten ein! Früher habe ich das wortwörtlich getan, ich bin also mit der jeweiligen Stachelmaus, wenn ich sie z.B. nach einem stressvollen Erlebnis beruhigen wollte, in der Wohnung auf- und abgerannt. Inzwischen habe ich zum Glück rausgefunden, dass es nur Not auch Rütteln, Schütteln und Wiegen im Stand tut.

 

4. Der Jogi-Löw-Gedächtniskrauler

Was Vielzitzenmäusen ihr Bauchikratzi ist Stachelmäusen ihre Ohrmassage. Rein theoretisch wäre allerdings auch jede andere Körperöffnung geeignet, in die ein menschlicher Finger passt. Es kommt nämlich vorallem darauf an, dass man die Maus danach am Finger riechen lässt. Auch das finden Mäuse nämlich unheimlich beruhigend, z.B. auch im Tierarzt-Wartezimmer. Mehr als empfehlenswert sind natürlich ausreichend kurze Fingernägel. Und Achtung: wenn man das Ohr ganz verschließt, kann dabei ein Unterdruck entstehen, den die Maus zwar als extrem angenehm empfindet, bei mangelnder Vorsicht aber sehr schmerzhaft sein kann - probiert's zuvor bei euch selbst!

 

Viel Spaß euch und euren pieksigen kleinen Freunden beim Nachmachen bzw. Erlernen!

 

Und übrigens: Ja, eure Sorge ist völlig berechtigt, denn ihr könnt und werdet dabei anfangs so einiges falsch machen. Eure Stachelmaus wird aber gewiss so nett sein, euch das noch im selben Sekundenbruchteil unmissverständlich wissen zu lassen (Pflaster bereit legen also nicht vergessen!). Und ganz genau deshalb halte ich Stachelmäuse für so besonders gut für Schmusezwecke geeignet - gerade für Anfänger bzw. Aussteiger aus der "reinen Beobachtungshaltung".

 

 

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